Ist es eigentlich typisch für Konvertiten, daß sie reichlich orientierungslos durchs Leben gehen? Das fragt man sich unwillkürlich, wenn man diesen Artikel über den „sächsischen Mullah“ Enrico Menzel liest.
„Ich habe alles durch – linke Szene, rechte Szene, Breakdance, Hip-Hop, Haschisch. Vor sechs Jahren war die Last aber zu groß, bin ich zum Islam konvertiert.“
Sagt Enrico Menzel. Warum finden solche Leute die so dringend gesuche Orientierung, die klare Linie im Leben, nicht in der eigenen Kultur? Hat unsere Tradition etwa nichts zu bieten? Oder liegt es womöglich daran, daß sie schlicht unbekannt ist? Ich vermute eher letzteres.
Der sächsische Mullah war zu DDR-Zeiten in meiner Schulklasse! Sein Start ins Leben war alles andere als rosig! Ich glaub sein Vater war ein Schläger, der seine Familie terrorisiert hat. Konvertit kann er eigentlich auch nicht sein, ich glaube nicht das er überhaupt getauft wurde. Auch hat er x-mal im Knast gesessen, schon zu DDR-Zeiten wurde er wegen verschiedenen Einbruch- und anderer Delikten weggeschlossen. Ich habe ihn sehr lange nach der Wende zufällig in unserer Heimatstadt getroffen, er hat eigendlich nur Schwachsinn erzählt. Also, er dürfte immernoch orientierungslos sein. Schon blöd wenn der Start ins leben durch einen asozialen Vater verfuscht wird. Wären die Rahmenbedingungen in seiner Familie besser gewesen, dann wäre vielleicht alles anders gekommen. Erstaunlicherweise haben seine beiden jüngeren Brüder beide Abitur gemacht und studiert.