Im Zusammenhang mit diesem Artikel hier möchte ich dringend vor Emotionalisierungen und Pauschalisierungen warnen.
Wir, als Deutsche im Bündnis mit den anderen europäischen Nationen sollten uns vor niemandes Karren spannen lassen sondern unsere eigenen Interessen vertreten.
Der Artikel aus dem Tagesspiegel berichtet zwar historisch weitaus korrekt, aber in seiner Absicht ist er tendenziös. Hier soll nämlich auf die Bringschuld hingewiesen werden, die wir Deutsche in Bezug auf „Gehorsam gegenüber Israel“ angeblich haben.
Das derartige Herausstellen der Verbindung Islam-Nazismus ist eine Verzerrung, und man kann dahinter verschiedene Absichten vermuten:
- bloß kein Selbstbewußtsein in Bezug auf unsere deutsche Identität entwickeln (denn wir als böse Nazis haben mit bösen Muselmanen kooperiert)
- uns folgsam an die Vorgaben des „Guten“, hier Amerika und Israel, zu halten.
Die Sicht auf US-Amerika als unsere Befreier vom Nazismus und gütige Retter, die uns Hilflose nach dem 2. Weltkrieg hochgezogen haben, ist naiv. Natürlich haben sie uns versorgt und beim Wiederaufbau geholfen – aber selbstverständlich in ihrem ureigensten Interesse. Das wird vor lauter rührseliger Dankbarkeit gerne übersehen.
Letztlich sollte man sich gegen Vereinnahmungsversuche sowohl von eurabischer Seite als auch von us-amerikanischer Seite wehren.
Verbündete ja bitte – Vereinnahmung und einseitige Aufwiegelung – nein danke.
US-Amerika (ich meine nicht das Volk, mit dem verstehen wir uns prächtig, sondern das dortige Regime) verfolgt seine ureigensten Interessen, die der Idee von selbstbestimmten, freien europäischen Demokratien genauso ablehnend gegenüber stehen wie die Eurabia-Strategen.
Ich weiß daß vielen diese Worte nicht gefallen werden. Aber nach jahrzehntelanger Beschäftigung mit internationaler Politik kann ich nur davor warnen, in ein einfaches Schwarz-Weiß-Denken zu verfallen.
Diejenigen Kräfte die zur Zeit in den USA am Ruder sind, sind keine Freunde von dem Gedanken an starke, nationalstaatliche Demokratien in Europa.
Nur Offenheit und Beweglichkeit im Denken, ganz ohne Scheuklappen, kann helfen die jetzigen Probleme wirklich zu lösen. An vielem, was auf den ersten Blick negativ erscheint, kann man auch etwas Positives erkennen. Die Moslems haben uns mal bewundert, wegen unserer Kampfkraft und unserer Entschlossenheit. Sie haben Seite an Seite mit uns gekämpft.
Heute verachten sie uns wegen unserer verlogenen Schwäche und tanzen uns voller Spott und Hohn auf der Nase herum.
Folglich gibt es einen guten Weg, mit den Moslems zu einer Einigung zu kommen. Es gibt Anknüpfungspunkte, und das ist gegenseitiger Respekt. Das heißt daß wir endlich aufstehen müssen und eine klare Grenze setzen.
Daß wir eintreten für unsere eigenen Interessen, und uns nicht aus dem Gefühl von Schuld heraus für die Interessen Amerikas oder Israels instrumentalisieren lassen.
Die Moslems sind eine ethnische Gruppe, der gegenüber man sich Respekt verschaffen kann durch entschlossenes Auftreten, aber nicht durch Anbiedern an Drittmächte, die man gerade für besonders mächtig hält.
Israel und Amerika als Bündnispartner – das ist wunderbar. Aber auch ihnen gegenüber sollten wir unsere eigenen Interessen klar aussprechen und vertreten.
Nun noch ein kleiner historischer Exkurs:
Hitler hat viel Bullshit geredet. Das Ärgerliche ist, daß er ständig Leute um sich herum hatte die diesen Bullshit als Offenbahrung aufgefaßt haben.
Wenn man sich mit der historischen Person Hitler befaßt, sieht man daß er in seinen Äußerungen zu Pauschalisierungen und Kraftausdrücken neigte, und daß er oft schon im nächsten Satz seine Aussagen wieder revidierte.
Hitler hatte kein so festzementiertes Weltbild wie heute gerne behauptet wird. Er war bereit mit allen Mächten zu paktieren, wenn es der Sache dient. Er hat mit Juden (Zionisten) zusammengearbeitet, mit Hindus, genauso wie mit Moslems.
Hitler lehnte das Christentum ab, weil er meinte, daß die darin enthaltene Ideologie von Vergebung, Duldsamkeit und Milde ein Volk letztlich in seinem Überlebenswillen schwächt.
Trotzdem war er klug genug zu erkennen, daß das Christentum im Laufe von Jahrhunderen zu einem Bestandteil der deutschen Kultur geworden war und daß viele Menschen es als geistige Stütze brauchten. Deshalb hat Hitler immer mit der Kirche zusammengearbeitet und er blieb sein ganzes Leben lang Mitglied der katholischen Kirche.
Hitler bewunderte am Islam dessen kriegerische Grundeinstellung, die bewunderte er aber genauso bei den buddhistischen Samurai.