Hier einige Gedanken:
An anderer Stelle wurde die Gründung einer neuen Partei bekannt gegeben, genannt die Demokratische Liga. Um das veröffentlichte Programm gingen sofort Streitereien los. Niemand kann völlig zustimmen, jeder ist mit mindestens einer Forderung unzufrieden und möchte dieses oder jenes gerne anders haben. Einigkeit und eine gemeinsame Stoßrichtung werden so nie erreicht werden können.
Es ist unklug eine Partei neu zu gründen und so eine konkrete Liste von Forderungen aufzustellen. Aus folgenden Gründen:
- weil eben niemand vorbehaltslos zustimmen kann (dazu sind die Deutschen viel zu kleinkariert, halsstarrig und von der eigenen kleinen Privatmeinung überzeugt)
- und weil es praktisch noch gar nicht anliegt, derartige Entscheidungen zu treffen.
Klüger wäre es meines Erachtens, die Aufgaben, Problemfelder und Fragestellungen zu benennen und zu sagen: eine intelligente Problemlösung wird hier angestrebt.
Mehr nicht. Die Problemfelder wie zum Beispiel die Frage ob man gleichgeschlechtliche Gemeinschaften der Ehe rechtlich gleischstellen soll, ob sie Kinder adoptieren dürfen, ob es Grundversorgungen für Rentner oder Mütter geben soll, ob das Schächten verboten oder erlaubt sein soll, ob man Zwangsdienste für junge Menschen abschafft oder einführt, wie weit die Überwachung gehen soll, ob man Propagandadelikte verfolgt, ob man Schußwaffen zuläßt und viele andere Fragen.
Diese Fragen sind alle wichtig und jede einzelne bedarf einer ganz genauen und ausführlichen Betrachtung (Analyse) und einer Lösungsfindung, nach Abwägung aller Vor- und Nachteile, Auswertung aller Informationen und Berücksichtigung der großen Linie wo man hinwill.
Es ist völlig falsch schon mal eine Forderung zu formulieren, sozusagen eine Entscheidung dieser Einzelfragen vorweg zu nehmen. Viel intelligenter wäre es, die „große Linie“ zu formulieren. Die Werte und Maßstäbe, an denen man zukünftige Entscheidungen messen will. Die Richtung, in die man zukünftig die Weichen stellen will. Als Partei oder als Interessengruppe.
Man muß den Blick auf das Wesentliche richten und das formulieren.
Beispielsweise einen europäisch/deutschen Wertekanon aufstellen und sagen: DAs hier sind die Werte, dafür treten wir ein, das wollen wir, und das sind wir bereit zu schützen und zu verteidigen.
Das wäre dann der Maßstab an dem sich alle anderen untergeordneten Fragen entscheiden lassen. Wobei man deutliche Prioritäten setzen muß, manche Fragen sind wichtiger als andere. Und man darf sich niemals auf nur eine Lösungsmöglichkeit fixieren.
Warum nicht beispielsweise das Waffengesetz lockern, einige Jahre oder Jahrzehnte beobachten was geschieht und dann diese Entscheidung, wenn sie sich bewährt hat, so lassen, wenn sie sich nicht bewährt hat, verändern?
Man sollte keine vorgefertigten Lösungen mitbringen. Früher sah man das Regieren als Kunst an, als Staatskunst. Und zu Kunst gehört immer eine gewisse Freiheit.
Ein großer Staatsmann hatte die Selbstsicherheit auch mal etwas zu wagen, gleichzeitig aber die Souveränität, wenn es falsch läuft den Fehler zu korrigieren. Eine solche Haltung würde für mich bedeuten, Macht mit Verantwortung zu verbinden.
Es gibt keine vorgekauten einzig möglichen Lösungen. Dazu verändert sich die Gesellschaft viel zu schnell, gibt es viel zu viele Unwägbarkeiten.
Eine Lösung kann in einer Situation, in der sich die Gesellschaft befindet, optimal sein, aber einige Jahrzehnte später wenn eine andere, vielleicht krisenhaftere Situation eingetreten ist, sich katastrophal auswirken.
Deshalb: Es gibt keine vorgefertigten, immer passenden, einzig richtigen Antworten auf Regierungsfragen oder Fragen nach einer idealen Gesellschaftsform !
Aber es gibt Grundwerte, die sich in Jahrtausenden an kultureller Erfahrungen in einer Gesellschaft gebildet haben und die von dieser Gesellschaft gewünscht werden. Und die sollten die Richtschnur bilden.
Ich sehe das ähnlich – die Parteigründung erfolgte ein wenig überstürzt. Ich hätte gern in der Gründungsphase noch intensiver daran mitgearbeitet, war jedoch im Oktober viel für SIOE unterwegs, so dass mir kaum Zeit für anderes blieb. Die Gründer der Liga wollten ihre derzeitige Energie und Motivation nutzen und Tatsachen schaffen, bevor die Sache totgeredet wird. Insofern muss man ihnen wiederum Respekt zollen…
Respekt gebührt ihnen auf jeden Fall und ich wünsche ihnen viel Erfolg.
Mich nervt nur dann die öffentliche Zerpflückerei und die Streitereien um Kaisers Bart die losgehen und die einfach nur kontraproduktiv sind.
Der obenstehende Kommentar ist sicher die konstruktivste Kritik, die über das Vorhaben unserer Demokratischen Liga geäußert worden ist.
Das Grundproblem ist doch das folgende: der Islam ist, ganz neutral formuliert, eine fremde Weltanschauung, ein anderer Ansatz, die Welt zu deuten, das Leben zu meistern. So, wie ein Rechner nicht mit zwei Betriebsystemen arbeiten kann, wird eine Gesellschaft „abstürzen“, in der Rund um die Uhr zwei antagonistische Systeme gegeneinander arbeiten. Die westliche Sichtweise scheint sich zu bewähren, das System des Islam steckt, wie selbst seine Anhänger einräumen, in einer Krise. Jene Menschen, die diesen Tatsachen zum Trotz ihre „Cookies“ einschmuggeln wollen, sollte man klar entgegentreten. Das Programm der Liga soll den einfachen Gedanken an Beispielen veranschaulichen, daß wir die demographischen, technologischen, ethischen Probleme unserer Zeit mit den „Bordmitteln“ unserer Kultur selber lösen können – wenn das Feuilleton der letzten vierzig Jahre auch das Gegenteil behauptet hat.
„Die westliche Sichtweise scheint sich zu bewähren, das System des Islam steckt, wie selbst seine Anhänger einräumen, in einer Krise.“
Das ist auf seine Weise ein großartiger Satz, der nicht nur sofort in das Parteiprogramm übernommen werden sollte, sondern recht hübsch einen anderen Satz illustriert:
„Es reicht nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.“
Die Seite ist sehr aufklärend. Weiter so!
Nicht nachlassen!
Die Partei muss vorankommen!
Karneval!!
Irgendwas scheint Sie zu provozieren, Herr Reinhard.
Dann können wir mit der Liga nicht ganz falsch liegen, oder?
Sehr geehrter Herr Borrmann,
der nachstehend wiedergegebene Text dürfte nicht nur Sie , sondern vor allem die hiesigen Leser interessieren. Er fand sich heute ausgerechnet auf einer Seite, wo Ihre Fans versammelt sind.
Offensichtlich gibt es Missgunst, Neid und Feindseligkeit zwischen ihnen und ihren Brüdern im Geiste.
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Zitat:
Die Partei “Demokratische Liga” hat sich von ihrem Sprecherratsvorsitzenden Dr. Kai Borrmann getrennt.
Anlass gaben erst nach der Parteigründung bekannt gewordene unterschiedliche Positionen zu einem wichtigen Teil der deutschen Geschichte.
In diesem Zusammenhang möchten wir darauf hinweisen, dass Mitgliedsanträge von Personen, die den Nationalsozialismus und das so genannte 3. Reich idealisieren, nicht berücksichtigt werden.
Die Mitglieder der Partei “Demokratische Liga”
Berlin, 12.11.2007
Zitatende
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Herr Borrmann, Sie sollten öffentlich Klartext reden!
Was haben Sie zum sogenannten 3. Reich gesagt?
Sind Sie über Eva Herrmann hinausgegangen und haben etwas gesagt, was Henryk Broder provozieren könnte?
MfG
r. h.
Meine Herren, ich möchte Sie bitten Ihre persönlichen Feindseligkeiten an anderer Stelle auszutragen. Weitere Kommentare dieser Art werde ich nicht freischalten.
Und noch etwas: Unter geistig regen Menschen wird man keine zwei finden, die absolut identische Meinungen haben. Wenn man ein größeres Projekt starten will muß man lernen mit Meinungsdiversität umzugehen.
Einigen Sie sich doch auf die große Linie. Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche. Was ist Ihnen das Wichtigste Anliegen? Darin muß Einigkeit bestehen.
Man kann auch mit Menschen zusammenarbeiten, denen man nicht vorher die eigene Meinung aufgeprägt hat.
Oftmals stellt sich nach einen längeren, freundschaftlichen Gespräch heraus, daß die scheinbar andere Meinung doch gar nicht so anders war wie die eigene und daß man durchaus Verständnis für einen anderen Standpunkt aufbringen kann.
Man kann andere Meinungen verstehen, sie akzeptieren – ohne sie zu teilen. Man kann durchaus darauf vertrauen, daß der andere seine Gründe hat weshalb er eine Sache so oder so sieht. Und warum diese guten Gründe anzweifeln? Man würde damit die Person des anderen anzweifeln, was immer Anlaß zu Verstimmungen gibt.
Ich habe 2 Tage nach der Gründung von dieser neuen Partei gelesen, habe mir die Satzung durchgelesen und finde es richtig gut, das man dem „Problem Deutschland“ auch mal von einer anderen Seite mit ganz anderen Lösungsvorschlägen begegnet. Ich bin kein Hochschulabsolvent, kein Akademiker, ich bin ein einfacher Mensch der das Leben geniesen will. Ich möchte mir nicht jeden Tag aufs neue die Frage stellen müssen, was erwartet mich morgen für ein politischer Schildbürgerstreich! Wenn man in einfachen Verhältnissen aufgewachsen ist und auch in diesen lebt, ihnen tag täglich begegnet steht man irgendwann vor der Entscheidung zu resignieren oder zu kämpfen! Ich habe mich fürs kämpfen entschlossen! Es muß Schluß sein mit dieser modernen Sklavereigesellschaft!
Die Ziele der Liga sind sehr lobenswert und haben meine vollste Zustimmung und Unterstützung.Ich bin ein friedliebender Mensch und hoffe das Deutschland komplett reformiert wird ( ich hoffe vor allem friedlich).
Ich meine nicht die Agenda 2010.Diese ist in meinen Augen menschen verachtend, auch wenn ich nicht direkt davon betroffen bin.
Wenn reformiert, dann richtig und nicht nur ein Teil.
Ich wünsche der Liga, das Sie fest an Ihren Zielen festhält.
Es wird ein steiniger Weg werden, aber wenn er bestritten worden ist, wird man sich um so mehr freuen, wenn man(n) und Frau und Kind endlich wieder LEBEN können!
PS. Herr Borrmann,
Stehen Sie zu dem was Sie gesagt haben.Denn das unterscheidet uns von den verlogenen Regierungen heutzutage!Die Liga muß Leben und Leben schaffen!!!
in diesem Sinne
M.Dittmar
Sehr geehrter Herr Reinhard,
da wir uns nicht persönlich kennen, kann ich nicht einschätzen, aus welchen Absichten heraus Sie mich zu einer Stellungnahme auffordern. Aber sei’s drum.-
„Offensichtlich gibt es Missgunst, Neid und Feindseligkeit zwischen ihnen und ihren Brüdern im Geiste.“
Ja, die gab es.
Nachdem wir am Dienstag der vergangenen Woche die Formalitäten der Gründung hinter uns gebracht hatten, führte eine Psychologin, die als Gast in unserer Runde zugegen war, das Gespräch auf das Verhältnis zwischen Nationalsozialismus und grünem Gutmenschentum; beides seien extreme, wahnhafte Positionen, das Gutmenschentum nur die Umkehrung seiner Vorläuferideologie.
Durch die Anstrengung der vorangegangenen Verhandlungen etwas kopflos geworden, kommentierte ich diese Idee dahingehend, daß ich persönlich keine Lust hätte, diesen gegen die Grünen gerichteten, im Kern völlig richtigen, Gedanken nach Außen zu tragen; ob die Menschen in den Dreißiger Jahren wirklich so wahnhaft gewesen seien, wie man uns das seit Jahrzehnten nahelegen wolle, das wisse ich nicht; möglicherweise sei ich selber damals mit Allem voll einverstanden gewesen. (Als ehemaliger Zivildienstleistender und blütenreiner Ex-Gutmensch erlaube ich mir halt unter vermeintlichen Freunden eine solche Äußerung).
Nachdem aus ganz anderen Gründen unter den Gründungsmitgliedern Differenzen entstanden – so ist das Leben – fand man hier die, etwas plumpe, Ausflucht, um den offenen Bruch zu rechtfertigen.-
Am Ende ist es unerheblich, was sich abgespielt hat, oder ob man nun einer Partei zu einem vielleicht ungesund raschen Wachstum verholfen hätte, oder nicht. Die Gründungsmitglieder haben die Probleme, an deren Lösung wir weiterarbeiten werden, tagtäglich vor Augen;
was etwa einem Herrn Steinmeier dazu noch einfällt, das konnte man gestern auf PI nachlesen; meine oben angeführte Position zum Islam können Sie mißdeuten wollen oder auch nicht.
Die Liga jedenfalls wird weiterbestehen.-
P.S.: Broder lese ich gerne, was er auch dankend zur Kenntnis genommen hat.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Kai Borrmann
Demokratische Liga
Meine Damen und Herren, das läuft wieder mal ganz charakteristisch für uns Deutsche. Immer schön darüber diskutieren, was alles nicht geht, und alles, was gehen soll und muß, total ausblenden. Es ist nicht die Zeit, über Gott und die Welt zu schwafeln, sondern ganz konkrete Zielstellungen ins Auge zu fassen. Das was jetzt (jetzt!) gemacht werden muß, ins Aktionsprogramm schreiben (Zuwanderung, Islam, Scharia). Wenn die Partei installiert ist und bei einer Bundestagswahl die 5%-Hürde überwunden hat, kann sie auch ernsthaft über ihr gesamtes sozialökonomisches Programm nachdenken. Das alles jetzt zu machen ist so wie das Verteilen des Fells vor dem Erlegen des Bären.